Hinter den Kulissen der Pariser Staatsoper
Im Rahmen unserer Studienfahrt nach Paris im Winter 2009, haben Wir die Möglichkeit bekommen einen Blick hinter die Kulissen der Pariser Oper, „Opéra Garnier“ zu werfen.
Die Opéra Garnier ist eines der zwei Pariser Opernhäuser. Sie wurde 1875 eröffnet und liegt im 9.Arrondisement, am rechten Seineufer. Seit der Eröffnung der Opéra Bastille, 1989, wird die Opéra Garnier hauptsächlich für Ballettaufführungen des hauseigenen Ballettensembles genutzt.
Mit einer Fläche von 11.237 Quadratmetern ist die Opéra Garnier das größte Theater der Welt. Vor Ort durften Wir uns von der großartigen Gestaltung des Festsaales, des Foyers und nicht zuletzt von den riesigen Kostümwerkstätten und dem Kostümfundus dieses geschichtsträchtigen Gebäudes überzeugen lassen. In den Nähwerkstätten verschlug es uns das erste Mal die Sprache, als wir Massen an Tutus mal an der Decke hängend, gerade noch in Arbeit, oder auf Schneiderpuppen platziert, entdeckten Soviel Tüll, Perlen, Stickereien und liebevollste Handarbeit hatten Wir selten gesehen. Jeder Tänzer, sagte man uns, hätte sein eigenes, auf seinen Körper maßgeschneidertes Ballettkostüm, welches in stundenlanger Handarbeit ausgearbeitet wird.
Es folgte die hauseigene Hutmacherei in der alle Kopfbedeckungen von Hüten, bis zu Kappen und Haarschmuck selbst angefertigt werden. Viele Kopfbedeckungen werden von den traditionellen Ballettkostümen der ursprünglichen Opern übernommen und neu interpretiert.
Es folgten Farbwerkstätten, in denen alle Arten von Drucken, Bemalungen, Färbungen etc. gemacht werden, sowie die hauseigene Schmuckabteilung und zuletzt der riesige Kostümfundus, in welchem man alle erdenklichen, aufwendigen Arten von Kostümen finden kann. Man erzählte uns, dass alle Jahre dieser entleert werden muss, da der Lagerraum nicht auf Dauer für diese Massen an Kostümen reichen würde. Dann findet eine riesige Versteigerung statt, in welcher diese kostbaren Kostüme teilweise zu Schleuderpreisen an den Höchstbietenden verkauft werden. Viele Kostüme stammen von Kooperationen mit namenhaften Designern , die immer wieder die Kostüme der aktuellen Inszenierungen entwerfen.
Jedem Modeinteressierten, der in Paris ist, würde ich empfehlen, eine Führung durch dieses Paradies des traditionellen Handwerkes zu machen. Übrigens ist es möglich in der Oper ein Praktikum zu machen. Hierfür sei es allerdings notwendig Französisch zu sprechen. Wer auf den Geschmack gekommen ist, für die Pariser Uraufführung von Georg Friedrich Händels Barockoper „Agrippina“ wird der französische Designer Christian Lacroix die Kostüme entwerfen. Am vierten Februar ist Premiere.
Text: M.S.

